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09. März 2010
Eine weitere Suchmöglichkeit besteht darin,
z.B. bei www.google.de das Suchwort
einzugeben und dann nach einem Leerzeichen den Zusatz site:www.cfs-aktuell.de
Sie erhalten dann alle Seiten auf
cfs-aktuell.de, auf denen der gesuchte Begriff vorkommt.
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Artikel des Monats Dezember 09 Teil
3
Laurel Bertrands
Zeugenaussage
 |
Laurel Bertrand ist eine schwer
an ME/CFS erkrankte junge Frau. Damit sie als Zeugin vor dem CFS
Advisory Committees der US-Gesundheitsbehörden im Oktober 2009
aussagen konnte, wurde ein Video produziert, da Laurel Bertrand
nicht in der Lage ist, zu reisen und persönlich vor dem
Beratungsgremium der US-Regierung auszusagen. |
Sie können das Video
hier bei
YouTube ansehen oder
im
CFSAC-Video, Tag 2. Eine etwas ausführlichere (schriftliche)
Version finden Sie
hier.
Im Folgenden finden Sie die Übersetzung der Texte auf den einzelnen
Bildern des Videos.
Weitere Aussagen von Betroffenen
und Ärzten finden Sie
hier pdf-Dateien. |
-
Hallo – ich heiße Laurel. (im Flüsterton,
Originalstimme von Laurel)
-
Ich habe schweres ME/CFS und bin nicht in
der Lage, lauter als im Flüsterton zu sprechen. (Stimme der Sprecherin)
-
Ich bitte um Ihre Geduld, während meine
Schwägerin diese Zeugenaussage für mich vorliest. Vielen Dank.
-
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie es
möglich gemacht haben, dass meine Stimme hier heute gehört werden kann.
-
Wir, die schwer an ME/CFS erkrankt sind,
bekommen nur selten die Gelegenheit, eine Aussage zu machen.
-
Ich wollte dies aus vielen Gründen tun,
aber hauptsächlich deshalb, weil ich den Eindruck habe, dass die Centers for
Disease Control und die National Institutes of Health uns im Stich gelassen
haben.
-
Sie haben uns im Stich gelassen, weil sie
CFS nicht ernst genug genommen haben, weil sie nicht entschlossen nach einer
Behandlungsmöglichkeit oder Biomarkern gesucht haben, und sie haben es
versäumt, die Öffentlichkeit und die Gemeinde der Mediziner darüber zu
informieren, dass diese Krankheit Menschen so krank machen kann, wie ich es
bin.
-
Ich glaube nicht, dass ich bettlägerig
geworden wäre, wenn ich von meinen Ärzten sachgerechte Informationen über
diese Krankheit bekommen hätte.
-
Stattdessen hat man mir nur gesagt, ich
solle mich „durchbeißen“.
-
Das Ergebnis ist, dass ich so krank
geworden bin, dass ich das Haus nicht mehr verlassen kann und keine
wirkliche medizinische Behandlung bekomme.
-
Ich bin praktisch unsichtbar.
-
Ich bin vor 13 Jahren an CFS erkrankt,
und zwar nach einer schweren Mononukleose.
-
Damals war ich 24 Jahre alt.
-
Nachdem ich meinen Körper jahrelang
angetrieben hatte, über seine Leistungsfähigkeit hinauszugehen, um weiterhin
Vollzeit arbeiten zu können, hatte ich einen Rückschlag, der so schwer war,
dass ich schließlich ans Haus gefesselt war und meinen Job aufgeben musste.
-
Kurze Zeit später hatte ich einen
Rückschlag, der mich ans Bett fesselte und mich unfähig machte, lauter als
im Flüsterton zu sprechen.
-
Das ist jetzt fast 10 Jahre her.
-
Ich habe die Jahre, die die vitalsten
meines Lebens sein sollten, als Kranke verbracht, kaum in der Lage zu
sprechen und an mein Schlafzimmer gefesselt.
-
Bitte erliegen Sie hier keinem Irrtum;
das hat nichts mit einer Depression irgendeiner Art zu tun.
-
Ich bin nicht depressiv, und ich kämpfe
immer noch, jede Minute, jeden Tag, um meine Hindernisse zu überwinden.
-
Bevor ich an CFS erkrankte, war ich eine
vollkommen gesunde, energiegeladene und ehrgeizige junge Frau.

-
Ich habe einen Bachelor of
Science-Abschluss in Psychologie an der Tufts University gemacht – mit magna
cum laude.
-
Ich habe in einer Personalabteilung
gearbeitet, erst in einem Verlag, dann an einer staatlichen Universität.
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Ich bin viel gereist, habe unter anderem
ein Semester im Ausland studiert und einen Monat als Rucksacktouristin
Europa bereist.
-
Nach dem College sind meine Freundin und
ich fast zwei Monate lang quer durch die USA gereist.
-
Ich reise gerne. Ich lerne
gerne.
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Ich male gerne und bin gerne mit Freunden
und meiner Familie zusammen.
-
Ich fotografiere gerne und liebe die
freie Natur.
-
Ich tanze gerne.
-
Es ist nicht etwa so, dass ich all das
nicht mehr tun möchte.
-
Es ist viel mehr so, dass ich das alles
nicht kann. 
-
Trotz meiner Lage hatte ich vor einigen
Jahren das Glück, im Internet einen Freund und Weggefährten kennenzulernen.
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Er kann meine Kämpfe nachvollziehen, und
er bringt mir jeden Tag Hoffung und Anlass zum Lachen.
-
Er ist auch schwer an CFS erkrankt und
auf einen Rollstuhl angewiesen.
-
Er ist auch in jungen Jahren (mit 19)
krank geworden, nach einer schweren Mononukleose.
-
Er ist jetzt seit fast 25 Jahren krank.
-
Im Laufe von 5 Jahren sind wir die besten
Freunde geworden und haben uns ineinander verliebt.
-
Letztes Jahr kam er an und machte mir
einen Heiratsantrag, und ich sagte Ja.
-
Wir freuen uns riesig darüber, einander
versprochen zu sein und können es kaum abwarten, bis wir gesund genug sind,
um eines Tages zu heiraten.
-
Wir träumen davon, Kinder zu haben und
eine Familie zu gründen. 
-
Wir träumen vom Erfolg im Beruf, von
ehrenamtlicher Tätigkeit, vom Reisen, von Abenteuern und all den Dingen,
nach denen wir uns so sehnen.
-
Als früherer Sportler in der High School
und am College träumt er davon, wieder laufen zu können.
-
Er hat einen PhD-Abschluss vom Carnegie
Mellon und würde gerne eines Tages vielleicht unterrichten.
-
Ich hoffe, dass ich einen
Master-Abschluss für Sprachstörungen machen und mit behinderten Kindern
arbeiten kann.
-
Ich träume auch davon, mich vielleicht
selbständig zu machen.
-
Ich träume auch von kleinen Dingen.
-
Ich träume davon, eines Tages in der Lage
zu sein, in den Hausflur hinunter zu laufen oder nach draußen, um im Hof
spazieren zu gehen.
-
Ich träume davon, in der Lage zu sein,
ein Bad zu nehmen oder auch nur lange heiß zu duschen, anstatt mich immer
nur mit einem Schwamm waschen zu können.
-
Ich träume davon, selbständig zu sein.
-
Ich träume davon, lesen zu können und mit
meiner Nichte und meinem Neffen spielen zu können.
-
Ich träume davon, in der Lage zu sein,
meine Freunde anzurufen und mit ihnen und meiner Familie zusammen sein zu
können, um all die verlorenen Jahre mit ihnen nachzuholen.
-
Ich träume davon, mit den Menschen, die
mir nahe stehen, in den Urlaub zu fahren, statt immer nur alleine zu sein -
denn ich bin nicht in der Lage zu reisen und aufgrund meines
Gesundheitszustands kann ich nicht viel Besuch haben.
-
Ich träume davon zu laufen und zu rennen
und zu tanzen.
-
Am meisten von allem träume ich von dem
lebhaften und herrlichen Gefühl von guter Gesundheit.
-

-
Und ich strebe das jeden einzelnen Tag
an.
-
In der Zwischenzeit sehe ich durch das
Fenster meines Schlafzimmers, während die Zeit vergeht.
-
Der Kampf geht weiter.
-
Ich teile Ihnen all das heute mit, um
Ihnen vielleicht irgendwie verständlich zu machen, dass so viel mehr getan
werden muss.
-
Es muss mehr getan werden, um Gelder für
biomedizinische Forschung aufzubringen, so dass ein Marker, eine Behandlung
oder Heilung gefunden werden kann.
-
Es muss mehr getan werden, um das
Bewusstsein und das Verständnis der Menschen über diese Krankheit zu
verbessern, so dass sich die CFS-Patienten nicht mehr dafür schämen müssen,
krank zu sein.
-
Es muss mehr getan werden, um Ärzten das
nötige Wissen zu vermitteln, so dass die Patienten nicht mehr so leicht
weggeschickt oder falsch behandelt werden.
-
Es muss mehr getan werden, um die
Falldefinition des CFS schärfer zu fassen und die Forschungskriterien
abzustützen (wie beispielsweise die Kanadische Falldefinition zu
übernehmen).
-
Es muss mehr getan werden, um den Namen
der Krankheit so zu verändern, dass er die Krankheit nicht mehr verharmlost
oder sich nur auf eines der vielen Symptome konzentriert.
-
Das Wort „Fatigue“ kommt auch nicht im
Entferntesten an das heran, was wir erleben.
-
Wir sind krank und nicht müde.

-
Und vor allem muss mehr getan werden,
damit diejenigen von uns, die mit dieser Krankheit geschlagen sind, ihr
Leben zurückbekommen können.
-
Danke, dass Sie sich meine Geschichte
angehört haben.
Übersetzung: Regina Clos |