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    Artikel des Monats Mai 2010 Teil 2

    Cort Johnsons neue Essays über XMRV

    Bitte beachten Sie: 2012 hat sich herausgestellt, dass dieses XMRV keine Humaninfektion, sondern eine im Labor entstandene Chimäre war. Näheres unter Artikel des Monats Dezember 2012 - 1 auf dieser Website!

     

    Dr. Mikovits spricht über XMRV

    von Cort Johnson  vom 26. April 2010

    Aus: http://blog.aboutmecfs.org/?p=1481

    Wenn es um den direkten Dialog mit den Patienten geht, ist Dr. Mikovits anderen Forschern meilenweit voraus. Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, mit ihr über eine Reihe von Fragen zu sprechen.

    Es sind einige Fragen über die beiden anderen Institutionen aufgekommen, die mit dem Whittemore Peterson Institute (WPI) zusammen die Science-Studie durchgeführt haben, nämlich das National Cancer Institute (NCI) und die Cleveland Clinic. Seit der Veröffentlichung der Studie in Science haben wir von ihnen nichts mehr gehört. Dr. Ruscetti vom NCI hatte sich auf dem Treffen des CFS Advisory Committees Ende Oktober 2009 geäußert, aber seitdem nicht mehr. Haben sie sich etwa von dem Thema des Zusammenhangs zwischen CFS und XMRV zurückgezogen? Haben sie uns etwa in all den Kontroversen fallen gelassen? Ich fragte Dr. Mikovits danach, und sie sagte, dass beide Institutionen weiterhin am Thema CFS/XMRV arbeiten würden, wobei sich das NCI mehr auf CFS konzentriert als die Cleveland Clinic. Sie zeigte mir eine Email von Dr. Silverman von der Cleveland Clinic, die jedoch an einen Patienten gerichtet war. Dort versprach er, dass er hart an der Sache arbeiten würde. Keiner der beiden kooperierenden Institutionen des WPI scheint sich also von dem XMRV/CFS-Zusammenhang abzuwenden – sie halten sich nur gerade ein wenig zurück und arbeiten hart an der Sache, so wie Forscher das manchmal tun.

    WPI? – aber was ist mit dem WPI? Wir haben gehört, dass sie fieberhaft weiterarbeiten, aber werden ihre Ergebnisse auch irgendwann in gedruckter Form zu sehen sein? Werden wir in nächster Zukunft irgendwelche Veröffentlichungen sehen? Die Antwort ist ein einfühlsames „Ja!“ Dr. Mikovits berichtete, dass sie seit Februar 2010 nicht weniger als fünf Manuskripte eingereicht haben (ja, das sind fünf Artikel). Eines der Manuskripte ist bereits angenommen, und sie warten jetzt auf Nachricht über die anderen. Es dauert immer eine ganze Weile, bis Artikel veröffentlicht werden, aber diese hier sind sozusagen schon im Kommen.

    Artikel, Artikel – Wir wissen, dass es am Ende nur darauf ankommt, dass Artikel veröffentlicht werden. Wir haben jetzt schon seit über einem Monat gehört, dass einige Artikel im Druck sind. Dr. Mikovits sagte, sie wisse, dass die Artikel von Dr. Huber und den CDC beim Herausgeber sind, und es klang so, als ob sie davon einen guten Eindruck hätte. (Dr. Huber hat eine ganze Menge Geld von der CFIDS Association bekommen, um nach aktiven endogenen Retroviren bei ME/CFS zu suchen.) Man sagt, sie hätte sich bereits sehr früh für XMRV interessiert. Weil sie eine Expertin für endogene Retroviren ist und manche besorgt waren über endogene Retroviren, wäre es gut, einen Artikel von ihr zu haben, der das bestätigt.

    Was passiert im Labor des WPI? – An was arbeitet das WPI zur Zeit? Also, sie stecken momentan offensichtlich eine Menge Arbeit in die Frage, wie häufig XMRV bei anderen neuroimmunologischen Krankheiten wie Autismus, Fibromyalgie und atypischer Multipler Sklerose vorkommt. (Dr. Mikovits wird bei einer Autismus-Konferenz in diesem Frühjahr eine Rede halten.) Sie entwickeln ihren Antikörpertest, also ihren serologischen Test (siehe unten) und ihren Infektiositäts-Test (also ihren Ansteckungsfähigkeits-Test) und entwickeln Behandlungsprotokolle mit bereits vorhandenen antiviralen Mitteln (wahrscheinlich Raltegravir und AZT).

    Testung – Die Frage von Testung und Diagnose scheint sich jetzt fast nur um die Frage von Antikörpern zu drehen, die die Immunfabriken der B-Zellen produzieren und die mit den Erreger-infizierten Zellen aggregieren, den Erregern die Arbeit erschweren und sie zum leichter angreifbaren Ziel für die anderen Waffen des Immunsystems machen, den zytotoxischen T-Zellen, die die infizierten Zellen „aufsprengen“. Das Interessante an diesen Antikörpertests ist, dass positive Ergebnisse schlicht und einfach nicht durch eine Laborkontamination zustande kommen können – Antikörper werden vom Körper als Reaktion auf eine Infektion produziert und sind keine Verunreinigung in einem Reagenzglas. Es ist möglich, dass Antikörper andere Viren angreifen, aber da diese Forscher sich mehr und mehr auf das XMRV eingeschossen haben, ist es immer unwahrscheinlicher, dass die Antikörpertests, die sie entwickeln, etwas anderes als XMRV finden. Dr. Mikovits berichtete in einer ihrer früheren Vorträge, dass Dr. Singh einen Antikörpertest entwickelt hat, der Anzeichen für eine Infektion bei Menschen entdeckt, die mit der PCR (Polymerasekettenreaktion) negativ getestet wurden. Wir wissen, dass sich das WPI auf Antikörpertests konzentriert – ich fragte Dr. Mikovits, ob sie die von Dr. Singh oder ihre eigenen einsetzen würden? Dr. Mikovits sagte, dass die Antikörpertests, die sie benutzen, im WPI entwickelt wurden und dass sie sie als mindestens ebenso empfindlich ansehen würde wie die von Dr. Singh. Mein Eindruck war, dass sie sie sogar als noch empfindlicher ansieht.

    Die Untersuchung der Blutkonserven durch das DHHS (US-amerikanisches Gesundheitsministerium) – Es ist jetzt um die fünf Monate her, dass das Department for Health and Human Services angekündigt hatte, es würde die Blutkonserven auf XMRV untersuchen. Die Washington Post berichtete, dass die Sache vorangeht – und dass sie kurz davor wären, einen Test dafür zu haben, aber Dr. Mikovits ist auch Mitglied dieses Teams und überwacht die Studie, und sie berichtet, dass es länger dauern würde, die Testverfahren zu validieren, weil dieses Team die Blutproben auf andere Weise aufbewahrt, als man das in der Original-Science-Studie gemacht hatte. Deshalb sollte man in der nächsten Zukunft noch keine Ergebnisse erwarten können.

    Der Brief – Annette Whittemore hat vor einigen Wochen einen ziemlich scharfen Brief an Dr. McClure geschrieben. Daraus ging hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen dem WPI und dem Kuppeveld-Team und dem Groom-Team viel umfangreicher war als wir zunächst dachten. Tatsächlich stellte sich heraus, dass Proben, die diese beiden Teams an das WPI gesandt hatten, vom WPI-Labor XMRV-positiv getestet wurden. Diese beiden Teams lehnten jedoch die Ergebnisse des WPI ab und erwähnten sie auch nicht in ihren Artikeln. Dr. Mikovits berichtete, dass 3 der 10 Proben, die Kuppeveld dem WPI geschickt hatte, positiv auf XMRV waren, und eine davon war von einer gesunden Kontrollperson. Nachdem Kuppeveld seine eigenen Testverfahren durchgeführt hatte und kein XMRV finden konnte, zog er den Schluss, dass es im WPI zu einer Verunreinigung im Labor gekommen sein musste.

    Kooperation in Gefahr – Dr. Kerr hat in einem anderen Projekt mit Dr. Mikovits zusammengearbeitet, aber es ist durchaus möglich, dass diese Zusammenarbeit angesichts der Verärgerung des WPI über die Art und Weise beendet wird, in der das Groom-Team die Leute vom WPI behandelt hat. Mikovits ist der Meinung, dass das Groom-Team hätte versuchen sollen, die Diskrepanz zwischen seinen Ergebnissen und denen des WPI vor der Veröffentlichung seines Papiers hätte abgleichen oder beilegen können. Außerdem hätte man das WPI-Team auf dem Laufenden halten sollen über das Versagen des Groom-Teams, die Ergebnisse des WPI zu duplizieren. Wie sich herausstellte, wurde das WPI-Team über die Ergebnisse des Groom-Teams nur einen Tag vor der Veröffentlichung ihres Artikels informiert. Es ist natürlich möglich, dass Dr. Kerr seinerseits irgendwelchen Zwängen ausgesetzt war. Wie auch immer, es ist bedauerlich.

    Wir haben offensichtlich natürlich weder Dr. Grooms noch Dr. Kerrs Interpretation der Sache noch die irgend eines anderen Forschers, warum die Dinge so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind. Sogar in der Geschichte zwischen den CDC und DeFreitas, die so viel Kontroversen ausgelöst hat [beschrieben z.B. in Osler’s Web von Hillary Johnson], hatten die beiden Parteien sich häufig über die eingesetzten Untersuchungsmethoden ausgetauscht. Aber das hier war eindeutig eine einseitige Interaktion.

    Diese negativen Studien – die negativen Studien der beiden Teams haben Auswirkungen. Türen, die zuvor recht offen standen sind zwar noch nicht geschlossen, aber es scheint, dass Projekte außerhalb des WPI, die zunächst recht schnell in Gang kamen, jetzt gestoppt wurden, bis sich die Aufregung gelegt hat. Das WPI ist in einer ziemlich merkwürdigen Lage; sie haben viel zu tun, mehr als jemals zuvor, aber solange, bis die XMRV-Ergebnisse bestätigt wurden, werden sie Probleme haben, von der US-Regierung die finanziellen Mittel zu bekommen, die sie brauchen. Private Spenden in der Höhe, die wahrscheinlich nötig wäre, sind bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage schwer zu bekommen. Geld, das über die diagnostischen Tests hereinkommt, ist sicher hilfreich, aber die Forschung ist sehr teuer, und was sie brauchen, sind finanzielle Mittel und Studien. Sechs Monate nach der Veröffentlichung des Science-Papiers haben sie nicht einen Dollar von der US-Regierung bekommen. Dr. Mikovits sagte, dass sie Milliarden von Dollar für die HIV-Forschung ausgeben würden, wobei weniger als eine Million Menschen in den USA mit HIV infiziert sind, und dennoch hat das NIAID (National Institute of Allergy and Infectious Diseases), das große Institut innerhalb der National Institutes of Health, das sich um Infektionen kümmert, absolut nichts im Hinblick auf XMRV unternommen.

    Die UK-Studie – um etwas Positiveres zu berichten: 50 der 200 Patienten der UK-Studie haben jetzt ihre Blutproben abgegeben, und es handelt sich dabei wirklich um eine interessante Patientengruppe. Etwa 50% sind ans Haus gefesselt und man kann annehmen, dass sie in keinster Weise in der Nähe von Dr. Wessely und seiner Studienkohorte waren. Es wird sicher spannend werden, herauszufinden, wie oft sich das XMRV bei diesen schwer kranken Patienten nachweisen lässt.

    Ein übles Virus - Was auch immer die Probleme in den jetzt durchgeführten Validierungsstudien waren – an manchen haben bekannte Retrovirologen teilgenommen, die, wie es ein Kommentator ausdrückte, „in der Tat wissen, wie man eine PCR macht“. Wie konnte es also zu so unterschiedlichen Ergebnissen kommen? Eine Möglichkeit ist natürlich, dass XMRV im Blut viel schwieriger zu finden ist, als die Forscher vermutet haben, und dass kleine Unterschiede der Methodologie der Studien den Unterschied ausgemacht haben. Andere Bedenken drehen sich um die Zusammensetzung des Virus selbst. Ich fragte Dr. Mikovits, ob geringfügig unterschiedliche Stämme des XMRV in Europa einen Teil des Problems ausmachen könnten, und sie sagte, nachdem man festgestellt hat, dass HIV zwei verschiedene Stämme hat und HTLV nicht weniger als vier, es wohl „anmaßend“ wäre, diese Möglichkeit auszuschließen. Sie stellte außerdem fest, dass die Tatsache, dass Antikörpertests auf XMRV das Virus manchmal finden, wenn das mit der PCR nicht gelang, darauf schließen lässt, dass sich ein unterschiedlicher Stamm des XMRV dem Zugriff der PCR entzieht. Tatsächlich, sagte sie, waren im Labor VIP Dx die PCR-Tests zu 50% falsch negativ, d.h. 50% der mit PCR als XMRV-negativ getesteten Proben stellten sich mit anderen Testverfahren dann doch als XMRV-positiv heraus.

    Immer noch überzeugt – Dr. Mikovits ist ganz klar frustriert über den Mangel an positiven Ergebnissen, über die finanziellen Belastungen, denen das WPI ausgesetzt ist und die fehlende Finanzierung durch die US-Regierung, aber sie ist immer noch überzeugt von den Ergebnissen des WPI und sagt zum wiederholten Male, dass sie überhaupt keine Möglichkeit sieht, dass eine Verunreinigung des Labors bei ihren Ergebnissen eine Rolle gespielt haben könnte. Das WPI macht zwei verschiedene Arten von Antikörpertests. Bei dem einen handelt es sich offensichtich um den ELISA-Test, der Antikörper auf das Gesamtvirus misst und weniger genau ist als der Western Blot Test, der nach Antikörpern auf ein spezifisches Protein auf dem Virus sucht. Der Western Blot ist im Wesentlichen eine Kontrolle für den ELISA-Test, und Dr. Mikovits berichtete, dass beide Tests ähnliche Ergebnisse lieferten, d.h. es ist das XMRV, das sie finden.

    Viel beschäftigt – Dr. Mikovits hat zwei Projektanträge an das Verteidigungsministerium gestellt und machte sich dann auf die Reise nach Europa, um dort bei der British Hematological Society einen Vortrag zu halten, flog dann nach Spanien, um dort an einer XMRV-Studie mitzuarbeiten, und dann zu einer Feier anlässlich der Entdeckung der Retroviren vor 100 Jahren. Dieser Science-Artikel sollte übrigens in etwa zwei Wochen erscheinen.

     

    Die Stunde der Wahrheit für XMRV: eine große Studie der US-Regierung läuft an

    Von Cort Johnson

    12. April 2010-04-29

    Aus: http://www.forums.aboutmecfs.org/content.php?99-XMRV-s-Big-Test-Has-Begun-Big-Fed-Study-Ramps-Up

    Dank eines Artikels im Wall Street Journal konnten wir schließlich einen Blick auf das werfen, was sicherlich die umfassendste XMRV-Studie sein wird, die wir je sehen werden. Sie wird sicher eine Menge Fragen beantworten, die es um dieses Virus herum gibt.

    Es ist ein großes Projekt, eines, das wahrscheinlich nur die US-Regierung stemmen kann. Sechs Labors werden daran beteiligt sein – das Whittemore Peterson Institute, das National Cancer Institute, die Food and Drug Administration (FDA – die US-Arzneimittelbehörde), die Centers for Disease Control (CDC) und zwei weitere Labors, die in dem Artikel nicht genannt werden.

    Sie werden all das in Angriff nehmen, was bislang noch nicht getan wurde; in der ersten Phase werden sie Proben austauschen, um herauszufinden, welche der Testverfahren die empfindlichsten und verlässlichsten sind. Was ziemlich aufregend ist: das Wall Street Journal berichtet, dass diese Phase in nur wenigen Wochen abgeschlossen sein wird.

    In dieser Zeit werden sie außerdem etwa 350 Proben unterschiedlicher Art testen; einige werden von CFS-Patienten sein, die positiv auf XMRV getestet wurden, andere Proben werden mit XMRV versetzt und wieder andere werden von gesunden Kontrollpersonen kommen.

    Ein entscheidender Faktor: Wesentlich ist, dass alle Proben verschlüsselt und „blind“ getestet werden, d.h. die Codes der Proben werden an einem zentralen Ort aufbewahrt, während die verschiedenen Labors bestimmen, welche Proben nach ihrer Meinung XMRV-positiv sind. Danach werden die Codes entschlüsselt, und das Labor, das die genauesten Ergebnisse hat, „gewinnt“, d.h., seine Tests werden „Sieger“. Die Verschlüsselung der Proben ist der entscheidende Test, der in diesem Prozess durchlaufen werden muss: die erste Entdeckung eines Retrovirus bei CFS ist daran gescheitert, als die strengen Verschlüsselungsverfahren angewandt wurden.

    Die dritte Phase: wenn das XMRV gefunden wird, dann werden die Forscher anfangen, gefrorene Blutproben aus früheren Jahren zu untersuchen, um herauszufinden, wann XMRV in die Blutkonserven gelangt ist, was es bei den infizierten Menschen angerichtet hat usw.

    Eine solide Grundlage: Wenn XMRV den „Verschlüsselungstest“ besteht, d.h., wenn eines der Labors die XMRV-infizierten Proben korrekt identifizieren kann, dann wird die XMRV-Forschung auf einer soliden Grundlage weitergehen können, einer Grundlage, die wohl unanfechtbar sein wird.

    Es wäre natürlich schon ein großer Fortschritt auf dem Gebiet, wenn man das XMRV einfach nur bei einer Untergruppe der CFS-Patienten finden könnte: Dann würden wahrscheinlich die Gelder fließen und ME/CFS würde eine Legitimität und Anerkennung finden, die das Krankheitsbild bislang nicht hatte.

    Schauen wir uns das „Worst-Case-Szenario“ an, also den schlimmstmöglichen Fall, der eintreten könnte, wenn das XMRV gefunden wird: XMRV ist einfach nur ein Trittbrettfahrer-Virus, es setzt sich einfach nur oben drauf – es scheint aber die CFS-Patienten nicht kränker zu machen – es ist einfach nur da. Allein die Tatsache, dass es bei ME/CFS-Patienten, aber nicht in der gleichen Häufigkeit bei gesunden Kontrollpersonen vorkommt, sagt etwas recht Schwerwiegendes über den Gesundheitszustand und die Immunsysteme von ME/CFS-Patienten aus. Allein, dass man das XMRV bei ME/CFS-Patienten findet, sollte zu einer breiteren Erforschung des viralen Faktors bei der Krankheit führen und zu einer größeren Würdigung der immunologischen Anomalien, die bei ME/CFS vorliegen. Das allein könnte die Aufmerksamkeit der Gemeinde der Wissenschaftler auf das CFS lenken – und das ist das „Worst-Case-Szenario“ (wenn XMRV gefunden wird).

    Das ist der große Test für das XMRV. Man sollte sich keine Sorgen machen über etwaige Vorurteile der Forscher. Zwei „wohlgesonnene“ Labors, das WPI und das National Cancer Institute sind an dem Projekt beteiligt. Es sind Patienten dabei, die bereits als XMRV-positiv getestet wurden. Die Zusammenstellung der restlichen CFS-Patienten ist hier nicht der entscheidende Faktor. Der entscheidende Faktor ist die Fähigkeit der Labors, die XMRV-positiven Patienten herauszufinden – auch wenn es nur einige wenige wären. Wenn das erledigt ist, können die Forscher bei allen möglichen anderen Patienten nach dem XMRV suchen. Zur Zeit ist das Ziel, das XMRV Rahmen eines verschlüsselten Testverfahrens zu finden.