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    Artikel des Monats
Oktober 06 Teil I

     

    Spezifische Reaktion auf Viren der Auslöser für CFS?

    Bericht von Regina Clos

    Eine weitere Studie im Rahmen der Langzeituntersuchung in der Region Dubbo in Australien wurde am 1. September 2006 veröffentlicht. Sie könnte dazu dienen, ein Modell für die Krankheitsmechanismen bei CFS bzw. postviralem Erschöpfungssyndrom zu entwickeln und der Frage nachzugehen, warum bei manchen, dafür offenbar anfälligen Menschen unterschiedliche Viren ein solches Syndrom auszulösen vermögen.

    Die Autoren haben über einen längeren Zeitraum den Krankheitsverlauf von insgesamt 253 Patienten verfolgt, die akut an verschiedenen Infektionen erkrankt waren, und zwar mit dem Epstein-Barr-Virus (einem DNA-Virus), dem Ross-River-Virus (einem RNA-Virus) oder dem Q-Fieber (einem intrazellulären Bakterium mit dem Namen Coxiella brunetii).

    Man fand heraus, dass etwa 11% der ursprünglich Erkrankten sich nicht erholten und nach sechs Monaten Erkrankungszeit und länger die Kriterien des Chronic Fatigue Syndroms erfüllten. Sie litten unter andauernder Erschöpfung, Muskelschmerzen, neurokognitiven Symptomen und Stimmungsschwankungen.

    Interessanterweise lag bei jeder der drei Infektionen die Rate der Patienten, die sich nicht erholten, in etwa bei 11%. Dass diese Rate bei den unterschiedlichen Erkrankungen gleich hoch ist, lässt folgenden Schluss zu: Die Entwicklung eines Chronic Fatigue Syndroms steht nicht so sehr mit dem spezifischen Virus oder Bakterium als solchem im Zusammenhang, sondern vielmehr mit der jeweiligen Reaktion des Wirts auf diese Infektionen.

    Das Auftreten eines Chronic Fatigue Syndroms nach einer der Infektionen war weitgehend durch die Schwere der akuten Erkrankung vorhersagbar, nicht aber durch demographische Faktoren (etwa Alter oder Geschlecht), psychologische oder mikrobiologische Faktoren.

    Die Autoren schließen daraus, dass das postinfektiöse Erschöpfungssyndrom ein gültiges Krankheitsmodell zur Untersuchung der pathophysiologischen Pfade des Chronic Fatigue Syndroms ist.

    Die Autoren schreiben: "Die Untersuchung der Folgen der drei unterschiedlichen akuten Infektionen, über die hier berichtet wird, lässt ganz deutlich darauf schließen, dass es bestimmte Aspekte der Reaktion des Wirts auf eine Infektion sind und nicht der Erreger selbst, der zum bestimmenden Faktor für die Entwicklung ein postinfektiöses Erschöpfungssyndroms wird, denn die Fallzahlen nach einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (einem DNA-Virus), dem Ross-River-Virus (einem RNA-Virus) oder dem Q-Fieber (einem intrazellulären Bakterium mit dem Namen Coxiella brunetii) waren vergleichbar, und die Charakteristika der Symptome glichen sich mit der Zeit mehr und mehr an."

    ("Examination of outcomes after the three distinctive acute infections reported here strongly implicates aspects of the host response to infection (rather than the pathogen itself) as the likely determinants of post-infective fatigue syndrome, as the case rates after infection with Epstein--Barr virus (a DNA virus), Ross River virus (an RNA virus), and C. burnetii (an intracellular bacterium) were comparable, and the symptom characteristics progressively merged over time.")

    Die Forscher führten verschiedene Tests durch, um zu ermitteln, ob es bei den Personen, die sich nach einer der Infektionen nicht erholten und ein CFS entwickelten, im Vergleich zu den wieder Gesundeten eine abweichende Immunantwort gibt, ob die Viren bei ihnen weiterhin aktiv sind oder ob es zu einer chronischen Produktion von Zytokinen kommt. Dies könnte erklären, warum sich einige nach einem halben Jahr und länger noch immer krank fühlten, während sich die Mehrzahl der ursprünglich Infizierten unauffällig erholte. 

    Man fand erstaunlicherweise jedoch für keine dieser Annahmen einen Beleg. Aus diesem Grund nehmen die Forscher an, dass andere neurobiologische Mechanismen verantwortlich sind, die während der schweren, akuten Erkrankung ausgelöst wurden und die auch nach Abklingen der Infektion weiter bestehen und zu den typischen, langandauernden Symptomen eines postinfektiösen Erschöpfungssyndroms führen.

    ********************

    Post-infective and chronic fatigue syndromes precipitated by viral and non-viral pathogens: prospective cohort study

    Ian Hickie, Tracey Davenport, Denis Wakefield, Ute Vollmer-Conna, Barbara Cameron, Suzanne D Vernon, William C Reeves, Andrew Lloyd, for the Dubbo Infection Outcomes Study Group

    BMJ, doi:10.1136/bmj.38933.585764.AE (veröffentlicht am 1. September 2006)

    Das Original der Studie ist unter dieser Adresse als pdf-Datei zugänglich.